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Rebsorten aus dem Siebengebirge

  • Riesling und Spätburgunder als prägende Rebsorten
  • Seltene und experimentelle Sorten abseits des Gewohnten
  • Schiefer, Grauwacke und Lehm als Teil ihrer Herkunft
  • Eigenständige Bio-Weine statt austauschbarer Geschmacksbilder

Riesling und Spätburgunder gehören am Mittelrhein einfach dazu. Auch in unseren Weinbergen spielen sie eine wichtige Rolle. Doch dabei belassen wir es nicht. Wir beschäftigen uns ebenso mit seltenen und experimentellen Rebsorten, die zu unseren Lagen passen und neue Perspektiven eröffnen.

Entscheidend ist für uns nicht, ob eine Sorte gerade gefragt ist. Uns interessiert, wie sie sich an einem bestimmten Standort entfalten kann.

Rebsorte = Wein? So ganz stimmt das nicht!

Eine Rebsorte bringt bestimmte Eigenschaften mit: ihre Aromen, ihre Säurestruktur, ihre Reifezeit und ihre Ansprüche an Boden und Klima. Wie der fertige Wein schmeckt, steht damit jedoch noch lange nicht fest.

Unsere Weinberge verteilen sich über mehr als 35 Rheinkilometer zwischen Oberdollendorf und Leutesdorf. Die Reben wachsen auf Schiefer, Grauwacke und Lehm, in steilen Hängen, geschützten Parzellen und unter unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen. Hinzu kommt jedes Jahr ein neuer Witterungsverlauf.

Deshalb kann dieselbe Rebsorte je nach Lage und Jahrgang ganz unterschiedliche Weine hervorbringen. Genau diese Unterschiede möchten wir bewahren.

Riesling: präzise, vielseitig, herkunftsbezogen

Riesling reagiert besonders sensibel auf seinen Standort. Boden, Exposition, Reife und Jahrgang lassen sich bei ihm deutlich nachvollziehen. Je nach Lage entstehen geradlinige, mineralisch geprägte oder reifere und kraftvollere Weine.

Uns gefällt am Riesling, dass er nichts verstecken muss. Er kann fein und zurückhaltend sein, aber auch Spannung und Tiefe entwickeln. Vor allem lässt er Raum für die Herkunft – und genau darauf kommt es uns an.

Spätburgunder: Herkunft in Rot

Auch der Spätburgunder gehört zu den Rebsorten, die ihren Standort sehr genau zeigen können. Er verlangt Aufmerksamkeit im Weinberg, einen passenden Lesezeitpunkt und einen behutsamen Ausbau im Keller.

Wir suchen beim Spätburgunder nicht nach möglichst viel Kraft oder Holz. Uns interessieren Finesse, Struktur und ein klares Verhältnis zwischen Frucht, Säure und Herkunft. Wie der Wein ausfällt, entscheiden der Weinberg und der Jahrgang – nicht eine vorgefertigte Stilistik.

Raum für seltene und experimentelle Sorten

Neben den Klassikern bauen wir seltene und experimentelle weiße und rote Rebsorten an. Dabei geht es uns nicht um Besonderheit um jeden Preis. Eine Sorte muss zu ihrem Standort, zu unserer ökologischen Bewirtschaftung und zu unserer Vorstellung von Wein passen.

Manche dieser Weine entstehen nur in kleinen Mengen. Andere begleiten wir zunächst über mehrere Jahre, bevor wir entscheiden, welchen Platz sie in unserem Sortiment einnehmen. Weinbau bedeutet schließlich auch, aufmerksam zu beobachten, Erfahrungen zu sammeln und gelegentlich etwas zu wagen.

Rebsorten bei KAY WEINE entdecken

Wenn du unsere Rebsorten kennenlernen möchtest, probiere sie am besten im direkten Vergleich. In unserer Vinothek und bei Weinproben sprechen wir über Lagen, Böden, Jahrgänge und Ausbau – und darüber, weshalb eine Rebsorte niemals nur nach ihrer Sortenbeschreibung schmeckt.

Welche seltenen Weine und Jahrgänge aktuell erhältlich sind, erfährst du direkt bei uns oder über unseren Newsletter.

11 Rebsorten: 6 weiße und 5 rote Sorten stehen in unseren Weinbergen entlang des Rheins.

Riesling

DIE typische weiße Rebsorte in Deutschland, bevorzugt in den mittleren und nördlicheren Anbaugebieten. Um die rieslingeigene, rassige Säure ausbilden zu können, brauchen die Rebstöcke nicht nur viel Sonne am Tag, sondern auch Abkühlung in der Nacht. Somit bietet der Mittelrhein optimale Bedingungen für elegante und mineralische Weine. Der Riesling hat zudem die Eigenschaft, im Geschmack viel von seiner Umgebung zu zeigen und je nach Bodenbeschaffenheit unterschiedliche Aromen hervorzubringen. Wir bauen auf mehr als 50% unserer Rebfläche und in allen drei Orten Riesling an, der vollkommen unterschiedlich schmeckt.

Elbling

Die älteste europäische Weißweinsorte, die schon die Römer anbauten. Im 18. Jahrhundert lief der Riesling ihm nicht ganz zu Unrecht den Rang ab. Aus Elbling lässt sich ein trockener, unkomplizierter Wein keltern, der sich aufgrund seiner Säurestruktur und leichten Frucht hervorragend zur Versektung eignet. Unsere Elblingreben stehen im „Pfaffenröttchen“ und sind am nördlichen Mittelrhein eine Seltenheit.

Früher Gelber Malinger

Eine nahezu unbekannte Sorte, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich gezüchtet wurde. Ins Siebengebirge kam sie kurze Zeit später und wurde hier häufig als Spalierwein vor Häusern gepflanzt. Der Frühe Gelbe Malinger ist eine sehr frühe Sorte, die fruchtige, säurearme Weine ergibt. In Deutschland gibt es außer uns noch einen Winzer an der Ahr, der diese Sorte anbaut. Wir bauen den Malinger im Holzfass aus, was ihm eine burgundische Note verleiht.

Spätburgunder

Der König der Rotweine! Eine sehr alte Sorte, die aufgrund der Klimaerwärmung in Deutschland immer bessere Resultate erzielt. Wir bauen den Spätburgunder mindestens ein Jahr im Holzfass aus. Der Spätburgunder hat über 20 verschiedene Klone (Varianten), die zu ganz unterschiedlichen Weinen führen. Spätburgunderklone können hellrote, hocharomatische Weine, oder aber auch tiefdunkle, tiefgründige Weine ergeben. Bei uns wächst Spätburgunder im Dollendorfer „Pfaffenröttchen“ und – seit 2023 – auch im Dattenberger Getrudenberg – gegenüber der Ahrmündung und mit Blick ins Ahrtal.

Frühburgunder

Eine Mutation des Spätburgunder, eine schwierige Sorte! Früher reifend, kleinbeeriger, mit wenig Ertrag und viel empfindlicher als der Spätburgunder. In guten Jahren entsteht ein hocharomatischer, eleganter Wein, der seinesgleichen sucht. Den Frühburgunder setzen wir nur auf gebrauchte Eichenfässer, um die feinen Aromen nicht mit dem Tannin des Fasses zu überdecken. Unser Frühburgunder wächst im Dollendorfer „Pfaffenröttchen“.

Dornfelder

Eine Rebsorte, die durch Kreuzung erst Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie wurde aufgrund ihrer Farbintensität vorwiegend als Deckwein in Cuvees eingesetzt. Die Weine sind in der Regel sehr mild und fruchtig. Wir erzeugen daraus einen trockenen Rosé, der mit ein wenig Holz Bekanntschaft gemacht hat und einen Rotwein, der mit relativ hohem Mostgewicht gelesen und dann für einige Monate in Barriques ausgebaut wurde. Der Dornfelder steht im Dattenberger Gertrudenberg.

Schwarz-blauer Riesling und blauer Arbst

Die Idee, diese beiden alten Rebsorten zu pflanzen, kam bei der Beschäftigung mit der Arbeit von Ulrich Martin und Andreas Jung in Gundheim. Beide „graben“ seit Jahrzehnten alte Rebsorten aus, die oftmals aus Ländern am Schwarzen Meer nach Europa gebracht wurden, hier zunächst prächtig gediehen und im Zuge der „kleinen Eiszeit“ wieder nahezu ausstarben. Erste Erfahrungen zeigen, dass sich sehr hochwertige Rotweine herstellen lassen. Gleichzeitig sind die dickschaligen Beeren widerstandsfähig gegen Hitze und Fäulnis.

Wir haben beide Sorten 2021 auf einer Fläche im Oberdollendorfer Stappenberg gepflanzt, werden sie gemeinsam lesen und als gemischten Satz vinifizieren.

Kerner

Eine Kreuzung zwischen rotem Trollinger und Riesling, die süffige, fruchtige Weine hervorbringt. Der Kerner war in Deutschland viele Jahrzehnte sehr beliebt, aktuell ist er etwas in Vergessenheit geraten. Unser Kerner wächst in der Leutesdorfer Gartenlay.

Auxerrois

Eine Burgunderrebsorte, die langsam an Bedeutung zunimmt. Die meisten Pflanzungen finden sich im Elsass, Luxemburg und an der Obermosel. Es handelt sich um eine Kreuzung zwischen Pinot und Heunisch. Geschmacklich liegt der Auxerrois zwischen der Breitbeinigkeit des Grauburgunders und der Eleganz des Weißburgunders. Die Sorte eignet sich hervorragend für den Ausbau im Holzfass und als Sekt. Wir haben den Auxerrois 2023 im Dattenberger Gertrudenberg gepflanzt.

Souvignier gris

Unser erster, aber wahrscheinlich nicht letzter Versuch mit pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWIs). 1983 im Weinbauinstitut in Freiburg gezüchtet, ist der Souvinier gris mittlerweile in Deutschland die am häufigsten gepflanzte pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte. Geschmacklich kann die Rebsorte mit guten Grauburgunderklonen mithalten. Den Souvignier gris haben wir 2023 im Dattenberger Gertrudenberg gepflanzt.

Häufige Fragen zu unseren Rebsorten

Welche Rebsorten baut KAY WEINE an?

Im Mittelpunkt unseres Sortiments stehen Riesling und Spätburgunder. Hinzu kommen seltene und experimentelle weiße und rote Rebsorten, die wir teilweise nur in kleinen Mengen ausbauen.

Weshalb unterscheiden sich Weine derselben Rebsorte?

Neben der Rebsorte prägen Boden, Lage, Mikroklima, Witterungsverlauf, Lesezeitpunkt und Ausbau den Wein. Deshalb kann beispielsweise ein Riesling aus einer Schieferlage anders wirken als ein Riesling, dessen Reben auf Lehm wachsen.

Kann ich verschiedene Rebsorten miteinander vergleichen?

Ja. Bei einer Weinprobe kannst du unterschiedliche Rebsorten, Lagen oder Jahrgänge nebeneinander verkosten. Welche Weine aktuell verfügbar sind, hängt von unserem Sortiment und den vorhandenen Jahrgängen ab.

Warum baut ihr auch seltene und experimentelle Rebsorten an?

Weil wir wissen möchten, wie sich verschiedene Sorten unter den Bedingungen unserer Weinberge entwickeln. Entscheidend ist für uns, dass sie zum Standort und zu unserer ökologischen Arbeitsweise passen – nicht, ob sie möglichst ungewöhnlich klingen.

Wo erfahre ich, welche seltenen Weine erhältlich sind?

Über aktuelle Abfüllungen, neue Projekte und seltene Rebsorten informieren wir dich in unserer Vinothek und im Newsletter. Da einige Weine nur in kleinen Mengen entstehen, kann ihre Verfügbarkeit begrenzt sein.

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