Der Niederdollendorfer Heisterberg

Die Lage in Niederdollendorf gehört zum Weinbaugebiet Mittelrhein und dort zu einer Fläche von ungefähr 20 Hektar Weinbau im Siebengebirge, die von insgesamt 4 Winzern bewirtschaftet wird.

Die heutige Weinbergfläche in Niederdollendorf hat eine uralte Weinbautradition.

Terroir?

Mittlerweile zu einem Marketingbegriff verkommen! Ursprünglich bezeichnet man damit den Charakter und die Eigenschaften eines Stück Lands. Wenn wir beispielsweise unsere Weine meistens spontan vergären, benutzen wir die Hefen die sich im Weinberg und im Keller befinden. Wir verändern durch den Einsatz von bestimmten Hefen den Geschmack der Weine nicht in eine bestimmte Richtung. Das ist Terroir. Der Boden eines Weinberges (Schiefer, Lös, Lehm, etc.) bestimmt natürlich die Mineralität eines Weins. Das ist Terroir. Was wächst im Weingarten? Kräuter, Gräser und Blumen? Oder nichts? Das ist ebenfalls Terroir. Es ist also die Summe aller Bedingungen unter denen sich eine Rebe entwickeln kann und damit den daraus entstehenden Wein beeinflusst.

Die Geschichte unserer Weinberge

Das Haus Heisterberg geht auf ein Weingut des Klosters Heisterbach zurück, das als Pfaffenröttchen bezeichnet wurde. Erstmals erwähnt wurde es 1329 als „Paffinroyt“ (Pfaffenrodung) und umfasste damals eine Weinbaufläche von etwa zwei Morgen.

1803 fiel das Weingut mit der Aufhebung der Abtei Heisterbach durch die Säkularisation in den Staatsbesitz des Herzogtums Berg. Damals gehörten zum Pfaffenröttchen ein Wohnhaus und ein Wirtschaftsgebäude mit 6 Morgen Weinland.

1823 wurde der Hof vom preußischen Staat an den Geheimrat Rehfues, damals Kurator der Bonner Universität, verkauft. Nachdem Rehfues hier auf seinem Landsitz im Jahre 1843 vestarb, bewohnte sein Sohn das Anwesen noch bis 1860. In dieser Zeit wurde im Pfaffenröttchen durch den Pächter des Weingutes auch eine Gaststätte betrieben, häufiger Gast der Familie Rehfues war der deutsche Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860). Dieser beschrieb es wie folgt: „Dieses Pfaffenröttchen liegt an seinem Fuße (Petersberg) wie ein anmutiges Paradiesgärtchen in Büschen versteckt, und nur gegen Südwesten offen und in den Rhein und das Tal und auf Bonn zuschauend“.

1860 ging das Pfaffenröttchen in den Besitz des Wuppertaler Fabrikanten Albert H. Caron über. Er benannte es noch im selben Jahr in „Haus Heisterberg“ um und ließ es in den Jahren 1871 und 1872 nach Entwürfen der Architekten Oppler und Ferdinand Schorbach zu einem schlossartigen Anwesen mit Herrenhaus ausbauen.

Seit 1919 war Haus Heisterberg im Besitz des Industriellen Ottmar Edwin Strauss, der die Weinanbaufläche vergrößern ließ.

1939 erwarb die Provinzialverwaltung der Rheinprovinz das Weingut, um dort ein Erziehungsheim unterzubringen. Personal und Bewohner der Anstalt bewirtschafteten die Weinberge, bis 1953 der Landschaftsverband Rheinland neuer Eigentümer wurde. Die Weinflächen übernahm nun der Winzerverein Oberdollendorf.

In den 1970er-Jahren kam es zu einer Flurbereinigung, die jedoch nicht verhindern konnte, dass der Weinanbau aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit 1983 eingestellt wurde.

2002 wurde die Weinlage Niederdollendorfer Heisterberg wieder bestockt.